Liebe Leserinnen und Leser,
das Evangelium vom Sonntag (Joh 21, 1–14) führt uns an den See von Tiberias – an einen Ort des Alltags, der Arbeit und auch der Enttäuschung. Die Jünger sind in ihr gewohntes Leben zurückgekehrt. Sie gehen fischen – und doch bleibt ihr Netz leer. Eine Nacht voller Mühe, ohne Ertrag. Eine Erfahrung, die viele von uns kennen: sich anstrengen, hoffen – und dennoch scheint alles vergeblich.
Dieses Evangelium erinnert uns daran, dass Christus auch in unserem Alltag gegenwärtig ist – oft unerkannt, leise, aber wirksam. Er begegnet uns nicht nur in den großen Momenten des Lebens, sondern gerade dort, wo wir müde geworden sind oder nicht weiterwissen. Sein Wort lädt uns ein, neu zu vertrauen, auch wenn wir den Sinn unseres Tuns nicht sofort sehen.
Möge uns dieses Evangelium ermutigen, unser „Netz“ immer wieder auszuwerfen – im Vertrauen darauf, dass Gott unser Leben füllen will.
Und mögen wir die Augen offenhalten für seine Gegenwart, die oft näher ist, als wir denken.
Mirjam Hamacher, Pastoralreferentin
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