Seelsorgeeinheit St. Christophorus/St. Johannes der Täufer
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St. Christophorus/St. Johannes der Täufer

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

der Sommer ist greifbar nah in sattem Grün der Natur und längeren Tagen. Vieles wächst und gedeiht der Ernte entgegen – nicht nur in der Natur, in den Gärten und Feldern, sondern auch in unserem menschlichen und gesellschaftlichen Leben.

 

Der Johannistag am 24. Juni zeigt, dass der Fürsprecher und Pfarrpatron der Südstaaten-Dörfer gefeiert wird. Zugleich führt uns dieser Tag auf kulinarische Weise vor Augen und auf die Zunge, dass alles Werden auf dieser Erde auch ein Ende findet: Es endet die diesjährige Spargel- und Rhabarber-Saison.

 

Ich hoffe, dass Sie diese Zeit auskosten konnten. Und fand einen Text aus unserem Gotteslob zur Meditation oder Gesang: GL 465 – „Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mache die Mitte gut, Herr zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn. Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin… Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab. Dein Tun hat Morgenschimmer“.

 

 

Matthias Lattek, Pastoralreferent

Predigt von Stephanie Ess zum Gottesdienst am Sonntag, 02.06.2024, im St.-Willibrord-Spital

 

 

Liebe Mitarbeiter:innen, liebe Patient:innen, liebe Besucher:innen,

 

heute möchte ich nicht einfach über das Evangelium des Sonntags sprechen, sondern ich habe Ihnen einen anderen Text mitgebracht. Dieser Text stammt von Margaret Fishback Powers, vielleicht ist ihnen dieser Name schon mal begegnet. Margaret Fishback Powers Leben war nicht immer einfach, es gab Momente, in denen sie dachte, dass das Leben aus den Fugen gerät – Momente voller Angst, Sorge und Unsicherheit. Ihr Leben war nicht immer vom Glück verfolgt. Sie war ungefähr 20 Jahre alt, als sie eines Nachts einen Traum hatte. In diesen möchte ich Sie nun mit hineinnehmen, an einen herrlichen Sandstrand, wo man die Bewegung der Wellen hört und die Luft des Meeres riechen kann.

 

Eines Nachts hatte ich einen Traum. Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn. Vor dem dunklen Nachthimmel gleich erstrahlten Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich, wenn ich mich umschaute, zwei Spuren im Sand. Eine von mir und eine von meinem Herrn. Als das letzte Bild an meinen Augen vorübergezogen war, blickte ich zurück und ich erschrak. Da war nur noch eine Spur zu sehen lange Zeit am Strand. Und als ich genauer hinsah, waren das genau die Lebensabschnitte, wo die Zeit am schwersten war, wo es am meisten Sorgen und Probleme in meinem Leben gab. Besorgt fragte ich meinen Herrn: Herr, als ich anfing dir nachzufolgen, da hast du mir doch versprochen bei mir zu sein. An meiner Seite zu sein auf allen meinen Wegen, aber jetzt entdecke ich, dass in der schwersten Zeit nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Herr, ich frage dich, warum hast du mich allein gelassen? Ausgerechnet in der Zeit, in der ich dich am meisten gebraucht habe. Warum so gottverlassen? Warum musste ich allein gehen? Da antwortete er: Mein liebes Kind. Ich liebe dich. Bitte glaube mir, ich werde dich nie allein lassen, erst recht nicht, wenn die Sorgen und Probleme, die Nöte und die Schwierigkeiten am größten sind. In der Zeit, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

 

Dieser Traum ist vielen Menschen schon zum Segen geworden und er zeigt uns die Realität auf. Nicht alles ist in rosa Wattewölkchen geplackt, nicht immer scheint die Sonne, sondern wir sehen uns mit der harten Wirklichkeit konfrontiert, mit Nöten und Schwierigkeiten, mit Dingen, die uns den Schlaf rauben oder sich wie Wände vor uns auftürmen. Wir wissen nicht, wie es weitergehen kann und soll. Wir sind ratlos und verzweifelt und fragen uns: „Wie soll das bloß alles weitergehen? Gott, wo bist du, wenn man dich braucht?“

Seit etwas mehr als einer Woche sind wir in dieser Klinik auch von Unsicherheit umgeben. Wir sind bestürzt, fassungslos und traurig, um nur einige Gefühle zu benennen. Die Nachricht über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens kam doch sehr plötzlich für alle Beschäftigen, Patienten und auch Bewohner in Emmerich. Ängste und Befürchtungen kommen auf, um einen möglichen Verlust des Arbeitsplatzes, die Versorgung der Patienten und noch viele mehr.

 

Auch mich beschäftigt die Situation sehr und ich muss sagen, dass es mir nicht leichtgefallen ist, die passenden Worte für heute zu finden und mir kamen direkt Erinnerungen hoch, die ich mit dieser Klinik verbinde. Für mich war es immer das Highlight, wenn ich meine Oma einmal in der Woche zur Arbeit in der Klinik begleiten durfte – 30 Jahre ist das nun her und es hat Spuren im Herzen hinterlassen. Genauso wie die Momente der Begegnung, wenn ich mit der Kommunion oder auch zu Besuchen auf den Stationen unterwegs bin. Wann immer man hier im Haus unterwegs war und ist, trifft man auf Mitarbeiter:innen, die mit Herzblut, Wertschätzung und Nächstenliebe ihren Dienst versehen und das meine ich vom Keller bis zum Dach.

 

Schauen Sie ihren Nachbarn, ihre Kollegen und Mitmenschen an und entdecken Sie: Sie haben Spuren hinterlassen! Wir hinterlassen Sie, wenn wir unterwegs sind – auch, wenn wir zwischendurch das Gefühl haben, der Wind weht viele Spuren wieder weg oder das Wasser, welches an den Strand spült, deckt sie wieder zu. Wir haben viele Spuren hinterlassen und viele dieser Spuren sind für Menschen zum Segen geworden. In unserer Klinik wurde zusammen gepflegt, gelacht, und geweint, Kinder wurden geboren, Sterbende begleitet und es wurde sich mit Genesen gefreut. Gott hat uns getragen auf all diesen Wegen. Um mit den Worten des Psalms zu sprechen: „Nähme ich die Flügel des Morgenrots, ließe ich mich nieder am Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich ergreifen.“

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Gefühl dieses Getragenseins, gerade in schwierigen Zeiten. Auch wenn wir noch nicht wissen, wie es mit unserer Klinik weitergeht, so lasst uns zusammenhalten und gemeinsam stark sein – für uns, für alle, für den Menschen.

 

Amen.

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