Seelsorgeeinheit St. Christophorus/St. Johannes der Täufer
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Partnergemeine Alindao

Partnerschaft mit Alindao – immer noch wichtig!

 

Zentralafrikanische Republik

Seit Jahresbeginn 2013 befindet sich das Land im Kriegszustand. Wer gegen wen, das ist nicht so einfach zu beantworten. Die Regierung wurde gestürzt und verschiedene „War-Lords“ (Kriegsherren) versuchen Macht und Einfluss zu gewinnen. Seit fast fünf Jahren flammen die Kämpfe an unterschiedlichen Stellen im Land immer wieder auf, Dörfer werden geplündert und niedergebrannt, die zivile Bevölkerung ist vielfach in den Busch geflüchtet und traut sich nicht mehr zurück. Die Ursachen des Konfliktes in der Zentralafrikanischen Republik sind vielfältig. Mit der muslimischen Séléka und den christlichen Milizen (Antibalaka) stehen sich zwar zwei religiös motivierte Gruppen gegenüber, aber der Beginn des Krieges hatte ursprünglich keinen religiösen Hintergrund, sondern war politisch begründet. Viele Teile des Landes sind inzwischen nicht mehr unter staatlicher Kontrolle, so auch Alindao.

Alindao

Rebellengruppen aus dem angrenzenden Tschad ziehen ebenfalls durch das Land und plündern die Dörfer. Eine hochbrisante Mischung verschiedener Völkergruppen, bedingt durch die französische Kolonisation, trägt ebenfalls nicht zur Befriedung bei. Die UN hat bereits 2013 Blauhelmsoldaten entsendet, diese befinden sich allerdings hauptsächlich in der Hauptstadt Bangui. In Alindao sind gerade mal 8 mauretanische UN-Soldaten, was sollen sie dort ausrichten?

Seit Ausbruch des Krieges war die Gemeinde Alindao bereits mehrfach Ziel von Angriffen und Plünderungen. Bischof Nestor war sehr aktiv an den Gesprächen mit verschieden Rebellenführern beteiligt und konnte mehrfach eine Waffenruhe in Alindao aushandeln. In den letzten Monaten sind immer mehr Menschen in die katholische Missionsstation geflüchtet. Ein Areal von Größe vergleichbar mit dem Ortskern von Dornick, beherbergt aktuell mehr als 10.000 Menschen. Eine humanitäre Herausforderung.

Liebe Interessierte,

 

im ersten Rundbrief 2018 gibt es zu berichten, dass sowohl in Alindao als auch in Mobaye der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde. Olaf berichtete Anfang Januar darüber in seinem Blog (siehe untern) und mit Bischof Nestor hatte Lina eine längere Unterhaltung über Facebook.

Dabei machte Bischof Nestor den Vorschlag, als Zeichen der Freundschaft, Verbundenheit und Solidarität zeitgleich einen Gottesdienst zu feiern in Emmerich und Alindao. Diese Idee haben wir natürlich aufgegriffen und sind direkt in die Planung gegangen.

 

Am 4. März im Gottesdienst um 11.30 Uhr in der Aldegundiskirche wollen wir gemeinsam einen Moment innehalten und besonders an die Menschen in Alindo denken, Kerzen anzünden, unseren guten Gedanken und Wünschen Ausdruck geben.

Pfarrer Brammen sagte mir gerade, dass das Thema "Solidarität" sehr gut in diese Fastenzeit passt. Wie schön!

 

Wir laden besonders die Empfänger der Rundmails und natürlich die ganze Gemeinde ganz herzlich ein, verbunden mit der Bitte, im eigenen Familien- und Freundeskreis auch noch ein bißchen "Werbung" zu machen. 

 

In der kommenden Woche kommt Bischof Peter Marzinkowski zu einem mehrtägigen Besuch nach Emmerich. Für ihn in erster Linie ein kleiner Urlaub vom Klosterleben, aber wer Lust und Interesse hat, Bischof Peter zu treffen, ist herzlich eingeladen am Samstag, 24. Februar um 15.30 Uhr zu einem gemütlichen Kaffetrinken bei Familie Köster, Dürkolfstraße 130. Wegen der Planung bitten wir um kurze Anmeldung :-)

 

Hier noch die Einträge aus Olafs Blog seit Weihnachten.

Leider hat er in den letzten Wochen nicht mehr so viel geschrieben, wer weiß, was wieder mit der Internetverbindung ist.

 

Wir wünschen allen einen guten Start in die Fastenzeit und freuen uns, viele im Gottesdienst, am 4. März zu treffen.

Liebe Grüße,

Rita und Maria

Kurzbesuch in Pengue

 

3. Januar 2018

Heute war ich – nach acht Monaten – wieder einmal ein Pengue, unserem Wallfahrtsort in 7 Kilometer Entfernung von Mobaye. Mit unserem Katechisten Charles haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht, um Kirche und Gemeinde zu besuchen, ganz spontan und ohne Vorankündigung. In meinem nächsten Eintrag schreibe ich mehr davon, für heute nur ein Neujahrsgruß, den ich in der Hand eines Jungen fand – in den Farben der Zentralafrikanischen Republik:

Ein frohes neues Jahr 2018 – Euch allen!“

Kurzbesuch in Pengue, Teil 2

 

5. Januar 2018

Pengue ist nicht nur ein Wallfahrtsort, sondern auch ein großes Dorf; ein Dorf wie so viele andere auch in der Basse-Kotto und in der gesamten Zentralafrikanischen Republik. Die Menschen leben von dem, was ihre Felder,  Hühner und Ziegen hergeben und was sich anschließend auf dem Markt in Mobaye verkaufen lässt: Maniok, Bohnen, Papayas, Kochbananen. Manche haben es durch den Kaffeanbau zu bescheidenem Wohlstand gebracht, das heißt, sie wohnen in einem Haus mit einem Dach aus Wellblech und nicht aus Gras.

Wie so viele andere Dörfer aber auch ist Pengue zum Opfer von Rebellion und Krieg geworden. Aus Zorn und Wut über die seit vier Jahren andauernden Schikanen der Seleka-Rebellen hat sich eine starke Gruppe von Anti-Balaka-Kämpfern in Pengue gebildet. Dies wiederum hat im Juli Vergeltungsaktionen hervorgerufen. In mehreren „Expeditionen“ haben die Rebellen von Mobaye den Ort angegriffen, die Bewohner vertrieben, die Häuser geplündert und anschließend in Brand gesetzt. Die Bilder sprechen für sich.

Die Gebäude mit Wellblechdach im Hintergrund gehören zum Wallfahrtsgelände. Aus Kirche und Sakristei sind vor allem zahlreiche Bänke, aber auch einige Alben, Messgewänder und ein Kelch gestohlen worden. Vielleicht tauchen sie irgendwie irgendwo einmal wieder auf… Wer immer so etwas kauft oder verkauft, weiß, dass es sich um Diebesgut handelt. Aber das ist alles halb so schlimm. Viel schlimmer sind die Lebensbedingungen der Menschen; praktisch alle sind bei den Angriffen in den Busch geflohen; einige von ihnen sind mittlerweile nach Pengue zurückgekehrt, einige harren noch aus. Sie trauen dem in Mobaye vor einem Monat geschlossenen Waffenstillstand nicht… Wie durch ein Wunder sind unter der Zivilbevölkerung „nur“ zwei Opfer zu beklagen. Ein Familienvater und eine junge Frau, die sich in ihrem Haus versteckt hatte, bevor die Rebellen kamen und es in Brand setzten. Bestattet ist sie neben ihrem kleinen Kind, das nur ein paar Monate zuvor gestorben war.

Vom wahren Frieden, der uns an Weihnachten verkündet worden ist, sind wir noch weit entfernt. Als Charles und ich am Mittwoch Pengue erreichten, war uns das sofort klar: Am Ortseingang erwartete uns eine Barriere mit einem roten, dreieckigen Wimpel. Will heißen: „Achtung – dieses Dorf ist Anti-Balaka-Gebiet“. An der Schranke wurden wir herzlich begrüßt. Von einem unserer jungen Pfadfinder, der jetzt zu jener bewaffneten Gruppe gehört, die das Dorf „schützt“.

Pengue steht stellvertretend für alle Dörfer in der Basse-Kotto. Die ganze Präfektur ist verwüstet. Die Kriegsherren erklären lauthals den Frieden. Die Bevölkerung leidet stummgeschlagen weiter. Doch die Sehnsucht nach und die Hoffnung auf Frieden lassen uns immer wieder in unseren Gottesdiensten tanzen…

Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen…“ (Mt 2,1f)

Mit viel Freude und Hoffnung im Herzen haben auch wir am Sonntag das Fest der Heiligen Drei Könige gefeiert:

In Zangba

15. Januar 2018

 

Überall entlang des Ubangui-Flusses die tastenden Versuche, wieder in die Heimat zurückzukehren. Tausende von Zentralafrikanern wollen zurück.

Flüchtling sein in der Demokratischen Republik Kongo ist nicht leicht. Immer noch weitgehend auf sich gestellt leiden die Geflohenen unter den schweren Lebensbedingungen im Nachbarland. Der Staat ist durchwuchert von lähmender Bürokratie und tödlicher Korruption. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) scheint mehr den kongolesischen Funktionären zu dienen als den zentralafrikanischen Opfern von Rebellion und Bürgerkrieg, und den Hilfsorganisationen wird weiterhin die Daumenschraube angelegt, um möglichst viel für die eigene Tasche abzugreifen. Nach über einem halben Jahr als Zeuge „internationaler Flüchtlingsarbeit“ im Kongo bin ich völlig desillusioniert.

 

Mama Marie-Antoinette und ihr Team vom Krankenhaus in Zangba gehen auch wieder heim. Wir ziehen uns aus der Gesundheitsstation von Kambo (Kongo) zurück, ab Montag arbeiten die vier Kollegen wieder in Zangba auf unserer Seite des Flusses. In einem früheren Eintrag hatte ich schon erwähnt, dass unser kleines Gesundheitszentrum von den Seleka-Rebellen völlig geplündert worden war. Genauso sollten wir es vorfinden.

Am vergangenen Mittwoch ist Mama Marie-Antoinette nach Mobaye gekommen. Von „Cordaid“, einer niederländischen Nicht-Regierungsorganisation haben wir eine kleine Hilfslieferung von Medikamenten in Empfang nehmen können und uns damit auf den Weg nach Zangba gemacht.  Auf zwei Motorrädern.

Alle Dörfer, die wir durchquert haben, sind fest in der Hand der Anti-Balaka-Bewegung. Jeder Ort hat seine Straßensperre. Als wir die etwa 45 Kilometer lange Strecke um die Mittagszeit zurücklegten, waren alle Schranken geöffnet – die bewaffneten Jungs hielten wohl Mittagsschlaf. Auf dem Rückweg mussten wir dreimal anhalten und verhandeln, dass wir ohne Bezahlung durchgelassen werden. Am späten Nachmittag unterwegs zu sein, ist nicht gut: Da sind Rebellen betrunken und haben Hunger.

Die beiden Gebäude unseres kleinen Krankenhauses sind intakt, die verbliebenen Bewohner von Zangba haben das Gelände immer in Ordnung gehalten. Jedoch: die Räume sind völlig leer, bis auf zwei Regale, die vielleicht  zu schwer für die Plünderer waren.

Und so heißt es wohl: Wieder von vorn anfangen, in der Hoffnung, dass es nachhaltiger sein wird als der Neuanfang im Januar letzten Jahres.

Verheerender ist es um das Pfarrhaus von Zangba bestellt. Während die Kirche unbeschädigt geblieben ist, haben die Rebellen das Haus der beiden Priester nicht geschont. Die Bilder sprechen mal wieder für sich.

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